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Windpark: Vertiefte Diskussion gefragt

"Ob ein Windpark auf dem Schwyberg die Landschaft verschandelt oder verschönert, ist Ansichtssache. Zweifelsohne ist es ein enormer, von überall her sichtbarer, unwiderruflicher Eingriff in ein wunderbares Landschaftsbild. Die Promotoren versprechen Strom aus neun Windrädern für 9000 Haushalte. Das Windkraftwerk Mont Crosin produziert mit acht Turbinen Strom für 2700 Haushalte (Quelle: BKW). Da stimmt doch etwas nicht! Sollen wir mit falschen Zahlen über den Tisch gezogen werden?

Wie stark wir der Groupe E vertrauen können, haben wir ja bei den unverschämten Preisaufschlägen gesehen. Dazu hält das Unternehmen am Kohlekraftwerk Brunsbüttel fest und hängt sich andrerseits nun ein grünes Alibi-Mäntelchen um. Und wozu grünen Strom für Haushalte, deren Bewohner allzu oft kaum Strom sparen, oftmals mehrere Autos haben, per Flugzeug in die Ferien fliegen. Und wie viele Jahrzehnte müssen die Windräder drehen, bis sie die Energie zu ihrer Herstellung, für Transport und Bau kompensiert haben?

Wollen wir also wirklich unser schönes Sensler Panorama für eine derart fragwürdige Öko-Bilanz opfern? Was ist mit dem bis drei km weit wirkenden stroposkop-artigen Schatteneffekt in Schwarzsee? Die Touristen werden sich freuen. Fragwürdig ist auch das Verfahren: Kann man tatsächlich gleichzeitig eine Zonenplanänderung und ein im Moment der Eingabe rechtlich haltloses Baugesuch einreichen?

Fragen stellen sich auch zur Rolle von Oberamtmann Bürgisser. Er hatte sich schon 2002 als Grossrat für diesen Windpark stark gemacht (Quelle: juracretes.ch). Und nun soll er neutral über die Gesuche entscheiden - wie ist dies möglich? Müsste er nicht korrekterweise in den Ausstand treten? Oder muss deshalb später sein Entscheid angefochten werden?

Für mich ist das Ganze eine grosse (unternehmens-)politisch bedingte Mauschelei. Es fehlt die vertiefte, demokratische Ausmarchung, wie sie für solche gigantischen Projekte nötig wäre. Und das Schlimmste: Allen Parteien, Politikern, Verbänden und Medien fehlt der Mut, Fragen zu stellen und etwas zu unternehmen. Sensebezirk erwache, bevor es zu spät ist!"

Bernahrd Aebischer,

Schmitten, 29 juillet 2009

Source et original : courrier des lecteurs, Freiburger Nachichten